Badische Meile

Vorausgegangen ist der Badischen Meile ein 30. Geburtstag und in Kombination damit ein Grillfest. Nicht die beste Vorbereitung am Abend vor dem Lauf. Die Meile gilt zwar als “Spaßlauf”, allerdings kenne ich bei sportlichen Veranstaltungen oder Wettkämpfen keinen Spaß – das war schon in den Jugendmannschaften im Fußballverein so.

Die Einheiten in den Wochen davor waren eigentlich ganz in Ordnung, eine Zielzeit hatte ich aber vergessen anzusetzen. Also habe ich auf dem Geburtstag laut von einer Zeit unter 34 Minuten getönt. Auf dem Heimweg wurde mir dann aber klar, dass ich da eine ganz schöne Hausnummer vor mir habe. Aber gut, dann muss ich halt Gas geben.

Vor dem Lauf habe ich Christian Brenner getroffen, auch hier habe ich weiterhin behauptet die 34-Minuten-Grenze brechen zu wollen. Die Strecke ist für Bestleistungen allerdings eher nicht geeignet, es gibt Brücken und Tunnels, sehr enge Stellen und in diesem Fall auch hohe Temperaturen. Spaß soll es jedoch auch nicht sein…

Ich hatte Glück und kam noch in die roten Zahlen bzw. Startnummern. Diese Nummern (1-300) durften in den Favoritenblock und hatten das Privileg, vor der Meute von knapp 5000 Läufern zu starten. Pünktlich um 10:30 Uhr war es dann auch soweit, der Startschuss fällt und es geht mit einem zügigen Tempo los. Mit Vorsatz mache ich bewusst den Fehler von Kandel erneut und starte viel zu schnell – bei der im Vergleich kürzen Distanz kann eigentlich nicht viel passieren :-)

Die ersten beiden Kilometer fallen in jeweils 3:36 min/km, ein Tempo, das ich bei den Temperaturen weit jenseits der 20°C unmöglich halten kann. Aber es scheint allen anderen Läufern auch so zu gehen. Beim Erreichen von Kilometer 3 bin ich beim Blick auf den Forerunner irritiert: Dieser zeigt 2,7 Kilometer an. Die Vermutung, dass der Lauf kürzer als die klassischen 8,88889 km ist, wird sich später noch bestätigen. Aber davon kann man während des Laufs ja nicht ausgehen. Das Tempo geht runter, ist aber noch immer hoch. Kilometer 5 wird noch in 3:48 min/km gelaufen und in der Durchgangszeit 0:18:28 erreicht, dann ist aber langsam Feierabend. Die Hitze ist groß, die Strecke verläuft über eine weitere Brücke, wieder durch einen Tunnel und dann über eine lange Gerade ohne Wind oder Schatten. Kilometer 6 und 7 sind relativ langsam mit einem 3:59er Schnitt.

Die Zielzeit von 34 Minuten kommt mir wieder in den Sinn. Wenn jetzt nicht alles schief läuft, sollte das passen. Trotzdem versuche ich die letzten Reserven zu aktivieren. Da musste ich aber erstmal suchen, denn eigentlich war schon alles verbraucht. Wie ich Kilometer 8 in 3:46 min/km und die letzten 560 Meter in 3:26 aus dem Hut gezaubert habe ist mir bis jetzt noch ein Rätsel.

Einlauf ins Stadion, ein Blick zurück um auf der sicheren Seite zu sein, nicht noch überholt zu werden und ein Zieldurchlauf bei 0:32:05. Wahnsinn. Aber da stimmt doch was nicht – 8,56 km und nicht 8,88889 km? Einige Läufer äußern sich darüber und mittlerweile hat auch der Veranstalter bestätigt, dass die Badische Meile tatsächlich knapp 300 Meter kürzer als das klassische Maß war. Weiterhin gab es Probleme mit der Zeitmessung, erst einen Tag später war die offizielle Ergebnisliste online. Es hat für mich zu einem hervorragenden 30. Platz gereicht. Prima!

Details zum Lauf gibt es hier:

 

Veröffentlicht von Florian Bernard

Hier schreibe ich über das Laufen, aber auch über Kommunikation und Marken auf diesem Gebiet.

11 Kommentare

  1. Alleine wegen der krummen Distanz, laufe ich solche Dinger ungern. Wenn dann aber selbst die nicht stimmt, – ätzend, wenn man Zeit bezogen läuft. Dennoch herzlichen Glückwunsch zu dem Ergebnis – 300m hättest du jawohl in 1:54 runtergeklatscht ;-)

    … und das Foto vom Zieleinlauf: Wonach drehst du dich da um? Angst vor einem Mitläufer gehabt?

  2. Ist ja auch unfair, wie soll der mit einem Hammer so schnell hinterherkommen ;)

    Gratulation zu dieser Top-Zeit (und dass du deine eigenen optimistischen Erwartungen übertroffen hast)

  3. @Ruben: Danke – könnte sich ja auch um einen nicht so schweren Gummihammer handeln. Wobei man dann auch nicht weglaufen müsste…

    @Chris: Danke – du hattest es an deinem Schattenplatz mit Hut wesentlich angenehmer, richtig?

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  5. Glückwunsch zu dieser tollen Zeit! Schade, dass wir uns im Zielbereich nicht mehr gesehen haben. Das Bier holen wir nach. :-)

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