Vor zwei Wochen habe ich bereits ausführlich über den Saucony Mirage berichtet. Dieser hatte bis dato einen lockeren Lauf, einen Intervall-Lauf und einen langen Lauf hinter sich und hat sich noch immer frisch angefühlt. Den ganzen Bericht kann man noch einmal hier finden. Mittlerweile sind weitere Kilometer hinzugekommen, darunter ein Tempolauf, ein weiterer Intervall-Lauf und ein langer Lauf über 27 km. Um es vorweg zu nehmen: Der Schuh ist einfach gut!
Ich habe bei weiteren Läufen natürlich auch meine anderen Schuhe getragen, so gelingt der Vergleich besser. Dabei handelt es sich ebenso um hochwertige Treter, u.a. dem Asics DS Trainer 15 oder dem Nike Lunarglide+2. Der Mirage überzeugt mit mehreren Punkten:
- Er ist äußerst leicht, aber trotzdem gut gedämpft.
- Trotz der Dämpfung hat man ein sehr direktes Laufgefühl.
- Die Passform des Schuhs ist bei meinen Füßen perfekt.
- Die Sohle hat auch nach 100 km verschiedenster Beanspruchung auf unterschiedlichem Untergrund kaum Abnutzungserscheinungen.
Der Schuh ist für (fast) alle Trainingsarten geeignet. Wie das genau aussieht versuche ich auch an dieser Stelle durch eine Zusammenfassung einzelner Einheiten zu erläutern.
Tempolauf
An den Lauf erinnere ich mich ungern zurück
Abends von der Arbeit gekommen, Schuhe angezogen und losgelaufen ohne Aufwärmen. Direkt mit einer Pace unter 4:00 min/km. Vorgegeben hatte ich mir 5 schnelle Kilometer, die es dann auch geworden sind. Das war allerdings kein Spaß und ich war froh als die fünf Kilometer nach 19:02 min vorbei waren.
Der Mirage geht das Tempo gut mit und es ist sehr komfortabel, dass er bei einem längeren Auslaufen auch für ein bequemes und angenehmes Gefühl am Fuß sorgt. Sonst hat man oft die Wahl “schnell und knallhart ohne Dämpfung” oder “langsam und schön weich”. Dieser Schuh ist bei einem Tempolauf “best of both worlds”.
Mehr Infos zum Lauf hier.
Intervall-Lauf
Auch diesen Lauf habe ich an einem Abend nach stressigem Arbeitstag angesetzt. Die Intervalle sollten von 1,6 km auf 2 km anwachsen, bei 500 Meter Erholungsphase. Der Boden war relativ nass und rutschig, beim ersten Intervall mit einer Pace von 3:24 min/km bemerkte ich beim Abstoßen doch eine kleine Schwäche der Sohle. Wenn es richtig schnell wird, ist der Mirage etwas rutschanfällig. Das dritte Intervall lag “nur” noch bei 3:46 min/km, das ich auch nach 1 km mit einem Ziehen im Oberschenkel abbrach – bei dem Tempo war bezogen auf den Grip alles OK. Scheint sich wohl nur um Paces jenseits der 3:30 min/km zu handeln…!?
Mehr Infos zum Lauf hier.
Langer Lauf
Eigentlich hat der Schuh schon zwei lange Läufe hinter sich, jetzt war es Zeit für einen für meine Verhältnisse “überlangen” Lauf. Meine Grenze lag bisweilen bei der Halbmarathondistanz – dieser Lauf sollte über 27,4 km gehen.
Schuhe werden irgendwann unbequem. Auf langen Distanzen kann der Fuß schon mehrere Millimeter größer werden. Das Ergebnis ist ein Verkrampfen der Zehen und Aufschürfungen oder auch Blasen bis hin zu Verletzungen an den Nägeln. Ich hatte schon öfter blutige Zehen, da die Schuhe zu klein / unbequem / falsch geschnitten waren. Auch vor dem Lauf hatte ich Bedenken: Der Schuh sitzt im “kalten” Zustand wie angegossen, was passiert nach 20 Kilometern? Aber nichts ist passiert…
Der Lauf war wunderbar, spontan eine neue Strecke gelaufen und nach 27,4 km und 2:03 h war ich wieder da. Keine Probleme (einen Tag später harte Oberschenkel) obwohl ich noch nie vorher eine solche Distanz zurückgelegt habe. Da es noch relativ zügig war mit einer Pace von 4:29 min/km ist es doch schon fast unheimlich, dass der Mirage damit auf fast allen Einheiten seine Stärken ausspielen kann – abgesehen von den ganz schnellen Einheiten, wie beim Intervall-Lauf beschrieben.
Mehr Infos zum Lauf hier.
Fazit nach 100 km
Die Tatsache, dass der Saucony Mirage auf den meisten Distanzen punkten kann, macht ihn zum Allrounder, einem Schuh, der täglich angezogen werden kann. Für Wettkämpfe auf Halbmarathondistanz ist er auf jeden Fall geeignet, da er leicht ist, direkt ist und auch lange bequem ist. Für Kurzdistanzen kann man sich überlegen ob man nicht doch zu einem Racer greift. Das aber auch wirklich nur, wenn man auf der Jagd nach einer neuen PB ist und die Pace bei über den Daumen gepeilt 3:45 min/km oder schneller liegt.
Wie lange der Schuh hält, weiß ich natürlich nicht. Aber nach den ersten 100 km ist weiterhin nur geringer Verschleiß erkennbar, der normal ist. Ich bin gespannt, ob ich mit dem Schuh den Baden-Halbmarathon am 18. September in Karlsruhe laufen kann: Denn der Mirage ist mein absoluter Lieblingsschuh geworden, den ich jetzt regelmäßig tragen werde. Vielleicht hat der Schuh dann mittlerweile seine beste Zeit schon hinter sich?
Was passiert werde ich natürlich hier bloggen…





Lehrreicher Post. Interessant, wenn man sowas auch mal aus einer anderen Perspektive beschrieben lesen kann.
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