Und wieder ein Testbericht? Wieder Herstellerangaben runterkauen? Bestimmt nicht. Beim dritten Bericht über den Saucony geht es nicht um offensichtliche Eigenschaften des Schuhs, diese habe ich bereits in den letzten Wochen beschrieben. Mittlerweile hat der Schuh knappe 200 km auf Asphalt und Waldboden verbracht und beim letzten Wettkampf ist mir die entscheidende Stärke und der große Nutzen des Zweitschuhs von Saucony aufgefallen: Muskeln und Gelenke werden viel stärker trainiert als in anderen Schuhen.
Dieses Phänomen habe ich nun genauer hinterfragt. Mir ist seitdem ich den Schuh laufe verstärkt aufgefallen, dass sich (gerade bei Tempoläufen) die Ergebnisse und Leistungen sehr stark verbessern, beim B2Run war eine Pace von 3:32 min/km über fünfeinhalb Kilometer kein größeres Problem mehr. Aber woran liegt das? Wieso trainiert der Schuh “spielerisch” die Muskeln, die Relevanz für das Laufen haben, besonders? Das hat vor allem zwei Gründe:
- Der Mirage unterstützt den Fuß mit einer passiven Stütze in seiner Bewegung nur soweit wie es nötig ist. Er läßt den Fuß natürlich arbeiten und so auch die entsprechend nötigen Muskeln bilden; beansprucht diese aber natürlich auch stärker. Daher sind die Schuhe für Laufanfänger nur bedingt zu empfehlen, da hier wahrscheinlich Überlastungserscheinungen das Ergebnis wären. Ich habe mir auch wieder angewöhnt ab und an mal die Muskulatur zu dehnen
- Die Sprengung des Mirage, also der Unterschied zwischen Fersenhöhe und Vorderfußhöhe, liegt bei etwa 4mm, er ist somit sogar flacher als mancher Wettkampfschuh. Normal sind bei Laufschuhen knapp 10mm. Es ist zwar kein Barfußlaufen, aber doch ein Laufen mit einer sehr natürlichen Bewegung. Das hat zur Folge, dass die Wadenmuskulatur stärker gespannt ist, da ja die Ferse weiter unten ist. Wie oben schon beschrieben, wird diese dadurch auch stärker beansprucht, aber im Endeffekt auch stärker trainiert. Bei mir hat es jedenfalls nicht lange gedauert, bis sich ein deutlicher Fortschritt eingestellt hatte.
Wichtig ist natürlich trotzdem weiterhin ein Wechsel der Schuhe bei mehreren Läufen in der Woche. Momentan stehe ich aber dennoch bei zwei von drei Läufen im Mirage, da er einfach für (fast) alle Einheiten geeignet ist. Lediglich bei ganz schnellen Einheiten ist er bei mir nicht die erste Wahl. Aber einen Alleskönner-Schuh gibt es auch nicht.
Bis zum Baden-Halbmarathon sind es nun noch knappe zwei Monate. Ich hatte zu Beginn Bedenken, dass der Schuh die Nutzungsdauer bis dahin nicht aushält, mittlerweile sehe ich aber kein Problem darin. Natürlich sieht man der Sohle an, dass der Schuh bereits gelaufen wurde, im Vergleich zu meinen anderen Schuhen würde ich aber nicht auf 200km tippen, sondern weitaus weniger. Der Schuh steht trotz der Belastung noch erstklassig da, nur putzen könnte ich ihn mal wieder. Aber spätestens zum Halbmarathon Mitte September ist der Mirage dann auf Hochglanz poliert…
Die vorherigen Berichte und die damit verbundenen Testläufe findet hier nochmal hier zum nachlesen:
- Saucony Zweitschuhtest, Artikel vom 4. Juni 2011
- Saucony Mirage, Artikel vom 10. Juni 2011
- …und weiter geht der Test, Artikel vom 29. Juni 2011

Habe durch einen Lauffreund zum ersten Mal von dem Schuh erfahren. Nach einigen Recherchen im Web gaben deine Testberichte dann den Ausschlag, den Mirage zu kaufen. Also: seit heute habe ich ihn und bin gespannt, wie er sich in den nächsten Wochen macht…
Ist auf alle Fälle eine gute Wahl. Freut mich, dass meine Berichte dich dazu “verleitet” haben. Mich würde es interessieren was du nach den ersten Läufen von dem Schuh hältst! Kannst ja einfach nochmal hier kommentieren!?
Ich bin gespannt…!
Ein erster kleiner Erfahrungsbericht ist jetzt veröffentlicht:
Neue Laufschuhe Saucony ProGrid Mirage – da geht die Sonne auf
Gefallen mir wirklich gut die Schuhe, muss mich aber erst langsam daran gewöhnen, da der Unterschied zu meinen sonstigen Adidas Supernova Sequence doch gewaltig ist…
Danke für die informativen Testberichte zum Mirage. Da ich bisher auch den DS Trainer hatte, scheinen wir vom Nutzungsprofil ähnlich zu liegen, auch wenn ich ne knappe Minute langsamer unterwegs bin
) Muss Dir wohl auch mal bei Twitter folgen.
Pingback: Lauf zur Erkenntnis | Florian Bernard
Hallo,
ich habe in diesem Sommer beim Händler diesen Saucony Schuh in die Hand bekommen.
Nach langen Jahren ist das ein Schuh, der leicht, neutral und durch die geringe Sprengung schnell ist. Die im Vorfußbereich ausgeprägte Sohlenbreite gibt Sicherheit, die ich bei den oft schmal ausfallenden Ligthweighttrainern oft vermisse.
Ich nehme den Schuh einfach gerne, langsam oder schnell, auch im Gelände, obwohl die Sohle eigentlich nicht dafür gemacht ist.
Na, an dem Schuh scheint ja was dran zu sein. Kennt jemand einen Läufer, der nicht zufrieden ist?